Mit der lange unerkannten Neurodiversität bekam ihr inneres Erleben endlich Worte …
- Vera Pungitore

- vor 4 Tagen
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Sie ist kreativ, intensiv und voller innerer Farben. Intuitiv spürt sie mehr, denkt schneller und fühlt tiefer. Ein grosser Teil ihres Lebens war ein langer, unsichtbarer Weg – eine stille Suche nach dem Passenden, nach einem Platz, der sich endlich richtig anfühlt.
Angetrieben von einem eisernen Willen und getragen von Momenten tiefer Inspiration hat sie gelernt, sich immer wieder neu zu erfinden. Neben all dieser Stärke existieren auch Schattenseiten, die oft übersehen werden: Erschöpfung hinter dem Funktionieren, Zweifel hinter dem Lächeln, Chaos hinter der Kreativität.
Sie hat vieles erlebt und vieles versucht. Trial-and-Error war lange ihr Weg. Nicht immer war das angenehm – weder für sie noch für die Menschen um sie herum. Oft sagte sie das Falsche im richtigen Moment oder das Richtige zur falschen Zeit und brachte ihr Umfeld zum Staunen. Rückblickend erkennt sie: Genau das war notwendig. Jeder Umweg, jede Reibung, jedes Missverstehen war Teil ihres Lernens.
Viele ihrer Potenziale blieben lange unausgeschöpft – nicht aus Mangel an Fähigkeit, sondern aus fehlender Erklärung. Zu viel, zu empfindsam, zu sprunghaft genannt. Und doch war sie vielleicht nie zu wenig, sondern einfach anders.
Mit der lange unerkannten Neurodiversität bekam ihr inneres Erleben endlich Worte. Was einst verwirrend war, wurde verständlich. Was als Schwäche galt, zeigte sich als Kraft. Der unsichtbare Weg wurde sichtbar – nicht als Umweg, sondern als wertvoller Teil ihrer einzigartigen Geschichte.
Heute steht sie hier, mit einem Schatz aus Erfahrungen, Erkenntnissen und Wissen – bereit, die Welt damit ein kleines Stück voller, bewusster und menschlicher zu machen.
Weiblich gelesene, spät diagnostizierte und weiblich sozialisierte Personen stehen im heutigen Zeitalter (2026) vor komplexen Herausforderungen. Diese umfassen das verspätete Erkennen eigener Bedürfnisse, die langfristige Anwendung von Anpassungs- und Maskierungsstrategien sowie erhöhte psychische Belastungen. Gleichzeitig erfordert die Auseinandersetzung mit der eigenen Diagnose eine Neubewertung persönlicher Grenzen und Identität innerhalb von Systemen, die diese Lebensrealität historisch häufig übersehen oder fehlinterpretiert haben.
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